Doppelt schön

Maurerkübel als Pflanztopf 04 / 2016

Passend zum Frühling gab es beim Discounter für einen Spottpreis Obstbäume zu kaufen, da konnte auch ich nicht widerstehen. Problematisch war, dass der Baum aber im Garten keinen guten Platz findet – nur im Vorgarten.  Der soll aber ein neues Gesicht bekommen, doch bis das umgesetzt ist, wäre mir die arme Kirsche längst verdorrt. Gut, dass ich noch einen halbwegs ansehnlichen Maurerkübel gefunden habe. Eingepflanzt war der Baum schnell, doch sah er darin wirklich recht traurig aus. Ich dachte an Fliesenmosaike, Umrandung aus Pflastersteinen oder Ansprühen mit Lack in Granitoptik. Wichtig war, dass es nicht für die Ewigkeit gedacht ist, leicht abzubauen sein muss und nicht teuer sein soll.

Nach mehreren Besuchen in Garten- und Baumärkten war ich immer noch nicht schlauer, und schon gar nicht zufrieden!

Schließlich entschied ich mich für eine Umrandung in Form einer Beeteinfassung aus Holzpalisaden.

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Die gibt es im Baumarkt für unter 10€ in 30cm Höhe und 2m Länge auf einer Rolle. Mein Problem: der Maurerkübel ist 35cm hoch und steht auf einem schiefen Gullydeckel. Ein einfaches Umwickeln unterhalb der Oberkante des Kübels (die sind oben quasi einmal nach außen umgebogen und haben auch noch vier Haltegriffe) fand ich schlampig und ungekonnt. Glücklicherweise konnte ich hier wieder mal improvisieren. Die Beeteinfassung ist einige Holzstäbe zu lang gewesen, so dass ich noch etwas übrig hatte, mit dem ich „zaubern“ konnte.

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Die Stäbe habe ich kurzerhand zersägt. Dann habe ich sie an jedem vierten Stab von innen an die Unterseite angeschraubt, und zwar immer passend in genau der Länge, die unser schiefer Gullydeckel erforderlich gemacht hat. So wird die gesamte Umrandung genau auf das Niveau des (natürlich in Waage aufgestellten!) Maurerkübels gebracht und ich habe die fehlenden 5 cm unsichtbar ausgeglichen.  Das Resultat ist der Hammer, es sieht aus, wie die Blumenkästen in der Fußgängerzone im nächsten Ort – nur kleiner! Und mit Sicherheit für einen Bruchteil der Anschaffungskosten.

IMG_5107Was meine Arbeit etwas erschwert hat, war zunächst der leere Akku unseres Bohrschraubers. Die ersten Palisaden habe ich noch von Hand angeschraubt, bis es fast dunkel draußen war. Durch das viele Abmessen, Aufstellen und Hinlegen der Beeteinfassung hat die rückseitige Befestigung aus einem einfachen Draht sehr gelitten. Die Palisaden standen nicht mehr in einer Reihe und der Draht wurde verdreht und riß schließlich an einer Stelle ab. Zum Glück haben wir einen Tacker (heißt das so?), mit dem ich alles wieder reparieren konnte. Wer immer meine Idee nachmachen möchte, sollte also entweder eine gerade Fläche als Untergrund wählen und jeweils 5cm lange Stücke an die Innenseite schrauben, oder besonders vorsichtig arbeiten. Wir hatten zudem die Idee, mit einem stabilen Gewebeband aus Plastik zusätzliche Stabilität zu schaffen. Diese Bänder sind oft um Pakete gewickelt und landen normalerweise im gelben Sack.

Die Befestigung von Anfang und Ende der Reihe aus Halbhölzern war wiederum unter Zuhilfenahme einer Spitzzange gar kein Problem. Nachdem ich mich entschieden hatte, ein Holzstück mehr als unbedingt nötig in meinem Kreis zu behalten, müßte ich nur die restlichen Palisaden mit der Zange abkneifen. Dabei war es natürlich wichtig, auf der Seite der Umrandung ein möglichst langes Drahtstück stehen zu lassen. Der Anfang der Rolle hatte ab Fabrik lange Drahtstücke, mit denen man die kürzeren Reste ganz leicht „verzwirbeln“ konnte. Danach habe ich die Enden zwischen der ersten und letzten Palisade „versteckt“.

Pflanzkübel
Mit wenig Mitteln aufgehübscht

Ich bin gespannt, ob diese Idee Nachahmer findet und würde mich über Kommentare oder Nachfragen freuen! Viel Spaß!

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